Den Schwung der Linken nutzen

Günter Arlt hat die Freien Wähler verlassen!

Marion Pokorra- Neue Westfälische Nachrichten vom 29.03.2025, Rubrik Rheda-Wiedenbrück.

Es gibt eine neue Fraktion mit bekannten Gesichtern im Stadtrat: Aus Freie-Linke wird „Die Linke“. Günter Arlt, bislang Mitglied der Freien Wähler, hat nun das Parteibuch, das sein Fraktionskollege Friedrich Ludwig schon lange hat.

Den Wechsel begründet Arlt bundespolitisch. Es gebe „zu viele Grabenkämpfe“ bei den Freien Wählern. Ausschlaggabend sei auch das gute Bundestagswahlergebnis der Linken. „Den Schwung wollen wir nutzen.“ Die Partei habe im Kreis Gütersloh Zulauf, allein in den vergangenen drei Monaten seien 50 Mitglieder hinzugekommen, „vor allem junge Leute“.

Auf die setzen der 72-jährige Arlt und der 70-jährige Ludwig, die sich als fraktionslose Stadträte im Februar 2022 zur Freien-Linke zusammengetan hatten. Sie hoffen nun, alle Wahlbezirke für die Kommunalwahl im September mit Kandidierenden besetzten zu können.

Ihre kommunalpolitischen Ziele basieren auf dem Parteiprogramm der Linken, sagt Arlt. Auf drei Themen richten die beiden Stadträte ihren Fokus. „Wohnen muss preiswert werden“, nennt der 72-Jährige mit Blick auf den Verlust von bis zu 800 Sozialwohnungen in Rheda-Wiedenbrück in den vergangenen 15 Jahren.

In den Neubaugebieten der Stadt entstehe nur „absolut hochpreisiger Wohnungsbau“, sagt Ludwig. „Hier sollen aber nicht nur Millionäre bauen können“, meint Arlt, sondern der Verlust an Sozialwohnungen müsse zuerst ausgeglichen werden. Möglich wäre das etwa über eine Wohnungsbaugenossenschaft.

Auch einem „Lieblingsthema“ räumt Arlt Priorität ein: der Senkung der Abwassergebühren. Die seien in Rheda-Wiedenbrück die zweithöchsten kreisweit. Die Kommunalpolitiker sprechen auch von einer Sozialgebühr. Je mehr Mitglieder ein Haushalt hat, umso mehr Wasser brauche er und umso höher seien seine Abgaben. „Das trifft vor allem Familien mit Kindern.“ Arlt und Ludwig fragen auch, warum ein heimisches Unternehmen nur 20 Prozent der Kosten trage, obwohl es „so viel Abwasser produziert wie die ganze Stadt selbst“.

Sparen wollen die Linken im städtischen Etat. Sie beantragen eine freiwillige Haushaltssicherung. „Dann wüssten wir, wo der Sparkommissar 2027 oder 2028, wenn wir spätestens in die Haushaltssicherung gehen, den Rotstift ansetzt.“ So könne schon jetzt ein Konzept entwickelt werden, „um aus der Misere zu kommen“, sagt Arlt.

Besonders die Standards der Pflichtaufgaben wollen die Linken prüfen, „wo die Chromleisten sind“. In den Blick nehmen will die neue Fraktion den „überproportionalen Anteil an Sachausgaben und Dienstleistungen, die wir outsourcen und wo wir uns für viel Geld Sachverstand einkaufen“.

Arlt + Ludwig: Die Linke im Rat der Stadt
FREIE-Linke in Rheda-Wiedenbrück
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